Montag, 2. September 2013

Zwei Politiker, vier Moderatoren - aber kein wirkliches Duell

© WDR / RTL

Eine Fernsehen & Co.-TV-Kritik


...doch die vier Moderatoren hätte man sich getrost sparen können.
Es war ein Duell, auf das extrem hingefiebert wurde. Es war ein Duell, dass heftig diskutiert wurde. Doch es war auch ein Duell, dass dessen Namen eigentlich gar nicht würdig war.
Dass das TV-Duell keine große Samstagabendshow wird, war durchaus zu erwarten. Trotzdem hat es gezeigt, dass zu viele Moderatoren eine eigentlich interessante und spannende Politiksendung verderben können.


Denn während Peter Klöppel sich lieber schweigend im Hintergrund hielt, fragten Anne Will und Maybritt Illner ihren Fragenkatalog nacheinander ab. Stefan Raab war der Einzige, der kritisch nachfragte, und Merkel und Steinbrück miteinander diskutieren ließ. Das war aber falsch. Denn das TV-Duell war nicht darauf ausgelegt, einen Schlagabtausch zwischen den Kanzlerkandidaten zu provozieren. Nein, es war einzig und allein für ein Frage-Antwort-Spiel gedacht. Die vier Moderatoren fragten, die zwei Politiker antworteten nacheinander (oder redeten sich einfach mehr oder weniger geschickt heraus, wie Merkel es meist tat).

Versuche von Steinbrück, das Zepter selbst in die Hand zu nehmen und kritisch bei Merkel nachzuhaken, wurden wieder von den Moderatoren zunichte gemacht. Und wie durchorganisiert diese Sendung eigentlich war, erfuhr man, wenn mal wieder auf die Uhr geschaut wurde. Dann hieß es "Die nächsten drei Fragen werden jetzt an Herrn Steinbrück gestellt" und Merkel holte bei der vierten Frage die komplette Zeit wieder auf.

Achja: Natürlich gab es auf allen vier Sendern, die die Sendung übertrugen, Vor- und Nachberichterstattungen. Teilweise mit wirklich fachkenntnisreichen Politikexperten wie der Super-Nanny oder Rebecca Mir. Auf welchen beiden Sendern sie auftraten, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.

Fazit: Vier Moderatoren sind vie(r)l zu viel. Also: Auf ein Neues! Beim TV-Duell 2017. In vier Jahren...

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