Mittwoch, 7. Mai 2014

Mit Twitter ins Fernsehen

Zu den Übertragungen der Halbfinale des Eurovision Song Contest 2014 hat sich der ARD-Spartensender einsplus etwas Besonderes einfallen lassen: Neben der Live-Übertragung wurden Tweets und Facebook-Posts zur Sendung eingeblendet. Quasi Teletwitter direkt im Bildschirm verankert. Eigentlich keine schlechte Idee - doch das System schien wohl noch nicht ganz ausgereift.

Eurovision Song Contest 2014 auf einsplus vom 06.05.2014
© Screenshot einsplus

Die SocialTV-Spalte am Rand war nämlich leider um ein Vielfaches größer als das Bild der ESC-Übertragung, das vor lauter Einblendungen drumherum fast unterging. Ich meine, wir wissen ja, dass immer mehr Sender (zunehmend auch die öffentlich-rechtlichen) ein Faible für unnötige Dauereinblendungen haben - aber das war dann doch eine Stufe sehr hoch.

Außerdem hatte man sich wohl keine wirkliche Mühe gemacht, die Tweets und Facebook-Posts ordentlich zu filtern. Da wurden dann Grüße viel schneller und öfter eingeblendet als wirkliche Kommentare zur Sendung. Und dadurch, dass das so viele waren, hinkte der Stream irgendwann ziemlich weit hinterher: Die Posts wurden nicht mehr zeitgleich eingeblendet.

Eurovision Song Contest 2014 auf einsplus vom 06.05.2014
© Screenshot einsplus

Ok, die Veranstaltung wurde auch im phoenix übertragen - hier im Vollbild und ohne Einblendungen. Darauf machte einsplus ironischerweise mit einer weiteren Einblendung aufmerksam.

Doch eine Frage bleibt nun: Welche Zielgruppe wollte einsplus damit ansprechen? Diejenigen, die sich für SocialTV interessieren, werden dies sowieso via Second Screen nebenbei nutzen. Und diejenigen, die sich nicht dafür interessieren, werden sich von den übergroßen Einblendungen schließlich eher genervt zeigen.

Also bitte, einsplus: Macht die Einblendungen kleiner. Denn das, was da am Dienstag gezeigt wurde, war einfach zu viel des Guten.

UPDATE 19:10 Uhr: Mittlerweile hat einsplus via Twitter Stellung zu meinem Artikel genommen:

1 Kommentar:

  1. Hallo Twitterkollege :) Ich gebe dir in fast allen Punkten recht. Ausser bei der Größe des Streams. Gibt ja auch noch Menschen, die eher kleinere TV Geräte haben, da wäre ein kleinerer Stream dann schon eher witzlos. Ich denke, wenn man so viel auf dem Bildschirm unterbringen will, wird eines immer irgendwie zu kurz kommen, und allen kann man es ja doch nicht recht machen.

    Unterm Strich fand ich die Idee aber grandios und würde mir das in verbesserter Form bei diversen Live-Events und Shows wünschen. Total grandios wäre sowas natürlich, wenn man es per Fernbedienung optional zu und abschalten kann.

    Beste Grüße,
    der Mario aka Der_Wagrier

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