Samstag, 16. August 2014

Promi Big Brother, die Zweite!

© SAT.1

Eine Fernsehen & Co.-TV-Kritik


Es soll das TV-Experiment des Jahres werden - SAT.1 startete am Freitagabend die zweite Staffel des im Vorjahr gründlich in die Hose gegangenen Promi Big Brother - diesmal erneut ohne Promis, aber dafür mit mehr Big Brother...
Ja, was war das bloß für eine Farce letztes Jahr. Da hatte man bei SAT.1 tatsächlich gedacht, man könnte mit einer bizarren Mischung aus der ehemaligen RTL II-Erfolgsshow Big Brother und der Selbstdarstellung irgendwelcher C-Promi-Nasen die schnelle Quote machen.

Sogar David Hasselhoff und Pamela Anderson holte man sich zum Ankobern, nur genützt hat das nicht wirklich was. Die Quoten konnten nicht überzeugen - was nicht zuletzt auch an der langweiligen Aufmachung und den unlustigen Moderatoren Cindy aus Marzahn und Oliver Pocher lag.

Man hat also erkannt bei SAT.1, dass es so nicht funktionieren kann - startete aber trotz der schlechten Quoten eine neue Staffel. Und man hatte zumindest etwas gelernt. Statt der riesigen Kulisse in Berlin-Adlershof mit gekauften Zuschauern beschränkt man sich zum Beispiel wieder auf das alte, kleine Big Brother-Studio in den MMC Studios im Coloneum in Köln. Moderator ist die neue ProSiebenSAT.1-Allzweckwaffe Jochen Schropp, die früher noch X Factor moderierte und spätestens seit Himmel oder Hölle Erfahrung mit Trash-TV hat. Er schaffte es, die Sendung zumindest am Anfang noch dynamischer zu halten als es letztes Jahr war - was zweifelsohne an dem schnelleren Einzug der Kandidaten in das Haus lag. Die Frage an dieser Stelle ist eben nur, ob ich Claudia Effenberg unbedingt Selbstgespräche führend durch ein leeres Haus laufen sehen muss. Die Antwort an dieser Stelle ganz klar Nein - aber gut, ganz ohne schafft es die Sendung wohl einfach nicht..

Achja, apropros Haus: Das hat man in dieser Staffel wieder in die altbekannten zwei Bereiche eingeteilt: Oben leben die Kandidaten in einem großzügig geschnittenen Haus im Luxus und unten in einem großzügig geschnittenen Kellergeschoss mit abgezähltem Essen und einem Hamsterrad, das betätigt werden muss, um fließend warmes Wasser zum Duschen zu erhalten. Dummerweise nahm der Sender ausgerechnet Letzteres wohl zu wichtig und zeigte nach dem Einzug der Kandidaten erstmal lang und ausgiebig Janina Youssefian und Mia Julia beim Nacktduschen - so lange, dass man fast dachte, die Bewohner im oberen Bereich wären mittlerweile schon wieder ausgezogen.

Promi Big Brother war also kein Pauschalurlaub für selbsternannte Prominente mehr, man hatte sich bemüht, die Zusammenschnitte aus dem Haus doch so spannend wie möglich zu machen und mit Jochen Schropp einen relativ soliden Moderator. Doch SAT.1 wäre ja nicht SAT.1, wenn sie dem nicht so ganz trauen würden. Und Jochen Schropp hat es ja momentan auch nicht leicht in derer Sendergruppe - erst bekommt er bei Himmel oder Hölle mit Evelyn Weigert eine Co-Moderatorin zur Seite gestellt und dann muss er bei Promi Big Brother mit Cindy aus Marzahn auskommen. Ja, richtig gelesen, mit Cindy aus Marzahn! Diese muss sich Jochen Schropp nun ein- bis zweimal pro Sendung zur Hilfe rufen, falls er mit dem Moderieren gerade mal nicht weiterkommt. Cindy darf sich dann bei laufender Weihnachtsmusik auf einen abgehalfterten IKEA-Hocker setzen und innerhalb von fünf Minuten Gags runterrattern - was wohl nicht zuletzt dem geschuldet ist, dass das Publikum, das während der Ausschnitte aus dem Haus quasi am Dauerlachen ist, während der Moderationen von Jochen Schropp sofort damit aufhört. Da kann er sich noch so sehr bemühen, witzig zu sein.

Fazit: Promi Big Brother auf SAT.1 ist jetzt wieder da, wo Big Brother auf RTL II einmal aufgehört hat. Diese Sendung ist ohne Weiteres eine durchaus streitbare - aber immer noch besser als das, was SAT.1 uns im letzten Jahr aufgetischt hat.

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