Samstag, 3. September 2016

Wenn eine Wiederholung langweilig wird

© SAT.1

Eine Fernsehen & Co.-TV-Kritik


Es ist unglaublich, aber wahr: SAT.1 hat es tatsächlich geschafft, zum zweiten Mal in Folge die komplette Promi Big Brother-Auftaktshow des Vorjahres zu kopieren. Da hilft es auch nichts, dass der Keller jetzt ein Kanal und Cindy aus Marzahn jetzt Désirée Nick ist: Der Ablauf der Sendung war exakt derselbe. Und da ich zu eben dieser Sendung nun schon zwei TV-Kritiken geschrieben habe, habe ich mich dazu entschlossen, einfach die des Vorjahres zu kopieren. Treffend ist sie nämlich nach wie vor...


Es ist wie eine Krankheit unter deutschen TV-Sendern: Fernsehsendungen, die man gut und gerne in zwei Stunden abhandeln könnte, werden bis ins Unermessliche gestreckt. Gestreckt, bis auch das letzte bisschen Spannung herausgepresst wurde. Ganz nach dem Motto: Wie lange können wir eigentlich senden, bis uns unsere Zuschauer mit der Fernbedienung in der Hand einschlafen? So geschehen am Freitagabend, als Jochen Schropp zum Auftakt der vierten Promi Big Brother-Staffel in SAT.1 lud.

Eine Auftaktsendung, die leider mehrmals zu einem echten Déjà-vu-Erlebnis wurde. Denn um seine Zuschauer nicht allzu sehr zu überfordern, hat man sich bei SAT.1 keinen großen Kopf gemacht und kurzerhand die Show des vergangenen Jahres abgepaust - was bei der gestiegenen Länge auf knapp vier Stunden aber nicht unbedingt eine gute Idee war...
Denn diese Sendung war leider so ziemlich eine 1:1-Kopie der Auftaktshow des letzten Jahres. Sieben Bewohner zogen live in den oberen Bereich des Hauses ein, der Einzug der fünf restlichen fand bereits vor zwei Tagen statt und wurde in der Sendung dann im Zusammenschnitt gezeigt. Und das tatsächlich so lange, dass man - wie letztes Jahr ebenfalls - zwischenzeitlich dachte, die Kandidaten oben wären schon längst wieder ausgezogen.

Soweit, so bekannt. An dieser Stelle merkte man deutlich, wie langweilig das für deutsche TV-Sender mittlerweile alltägliche XXL-Fernsehen doch sein kann. Ich meine, die Motivation dafür ist klar: Warum nur zwei Stunden senden, wenn die Werbebuchungen auch für vier reichen? Warum mit der Sendung aufhören, wenn man die Zuschauer auch noch mit in die nächste Stunde nehmen kann (und gerade die Marktanteile steigen ja, je später der Abend wird)? Ob das nun der Dramaturgie oder Spannung schadet, ist doch egal, solange die Quoten stimmen.

Aber jetzt mal ganz im Ernst, SAT.1: Wäre es nicht doch besser gewesen, mal ein bisschen was Neues zu versuchen, anstatt exakt den Ablauf des letztes Jahres herunterzuspulen? Hätte man die Sendung nicht wenigstens ein bisschen spannender machen können, wenn man schon unbedingt knapp vier Stunden lang senden will?
Schade, dass man es nicht gemacht hat. Denn schließlich hat man ja vor zwei Jahren gesehen, wie gut eine Sendung werden kann, wenn sie nur genug Neuerungen und Überraschungen bereithält. Die zweite Staffel unterschied sich massiv von der ersten. Ok, nun war die erste Staffel quotenmäßig auch nicht so der Renner. Vielleicht hatte man auch einfach Angst, das relativ erfolgreiche Konzept der beiden letzten Staffeln mit zu vielen Neuerungen kaputt zu machen.

Zum tatsächlichen Ende der Sendung, um 23:55 Uhr, gab es dann noch etwas Vorhersehbares zu verkünden: Marcus Prinz von Anhalt musste als erster von oben in den Keller. Seinen Einzug sehen wir dann morgen - in einer Sendung, die glücklicherweise nur eine Stunde dauern wird, und sich damit hoffentlich mehr auf das Wesentliche beschränken kann...

Fazit: Man kann eine Sendung eben auch zu lang strecken. Mit Promi Big Brother sind wir jetzt dort, wo wir vor genau einem Jahr waren: Wir haben einen Bereich oben, einen Bereich unten und zwölf Kandidaten. Nun hängt es von der Gruppendynamik ab, wie spannend die nächsten beiden Wochen werden.

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